Die Hauptversammlung des Allgäuer Skiverbands online als Videokonferenz

09.09.2020 | Stand: 08:54 Uhr

Text Thomas Weiß

Der Allgäuer Skiverband hat die Corona-Krise bisher unbeschadet überstanden. Das wurde am Dienstagabend bei der Jahresversammlung deutlich, die in zweifacher Hinsicht historisch war. Noch nie zuvor fand sie online per Videokonferenz statt. Und noch nie war sie so schnell beendet: Nach exakt einer Stunde und 24 Minuten schloss der wiedergewählte Vorsitzende Dr. Hubert Lechner die virtuelle Zusammenkunft mit den Worten: “Hoffentlich kommen wir bald mal wieder zusammen und hoffentlich erleben wir einen halbwegs normalen Winter”.

Knapp 40 Teilnehmer nahmen an der Video-Schalte teil, nur vereinzelt zuckelte das Bild oder war der Ton schlecht zu verstehen. Dass alle Vertreter aus den Allgäuern Skivereinen am Ende zufrieden und gut informiert waren, zeigte sich am leeren Chat-Verlauf. Während der knapp eineinhalb Stunden wurde keine einzige Frage gestellt.

Knapp 40 Teilnehmer beteiligten sich an der Online-Video-Konferenz zur ASV-Versammlung

Bild: Dieter Haug

Hier die wichtigsten Entscheidungen und Aussagen im Telegrammstil:

  • Lechner begründete die Online-Version der Versammlung noch einmal mit der Planungssicherheit und der Risikominimierung. Zwar hätte sich ein Großteil bei einer Umfrage auch für eine Präsenz-Veranstaltung interessiert, für die große Anzahl an Personen wäre es aber laut Lechner schwer gewesen, einen entsprechenden Raum zu finden. “Um ein Jahr verschieben kam nicht infrage, wir wollen gut aufgestellt in den Winter starten”, so Lechner.
  • Das sogenannte Umlaufverfahren, bei dem die ASV-Mitgliedsvereine ihre Beschlüsse im Vorfeld treffen konnten, sei außergewöhnlich gut angenommen worden: 31 Vereine hätten sich beteiligt, laut Lechner damit deutlich mehr als sonst bei normalen Jahresversammlungen.
  • Bei den Totengedenken wurde erneut dem verstorbenen Präsidenten des Bayerischen Skiverbandes, Manfred Baldauf, gedacht. Seit dem Tod des Oberstdorfers führt BSV-Vize Herbert John (Kempten) den Verband kommissarisch und ist gerade dabei, neue Strukturen aufzubauen. So wird der bisherige ASV-Schatzmeister Tobias Gudermann im Herbst als BSV-Schatzmeister kandidieren.
  • Der ASV zählt 45 000 Mitglieder in 220 Vereinen. Lechner spricht von einer “weiter rückläufigen Tendenz: Wir kommen von knapp 50000 Mitgliedern in 250 Vereinen. Der Trend setze sich fort: Viele Menschen fahren zwar Ski, organisieren sich dafür aber nicht mehr in einem Verein. Es droht ein weiterer Rückgang: Viele kleine Vereine stünden vor der Auflösung.

Nachwuchsmeisterschaft in Oberstdorf einer der Höhepunkte

  • Als einen der sportlichen Höhepunkte des vergangenen Winters bezeichnete Lechner die Deutsche Jugend- und Juniorenmeisterschaft im neuen Langlaufstadion in Oberstdorf-Ried, die der ASV mit Unterstützung der Vereine erfolgreich ausrichtete. Besonders hervorhebenswert sei auch das Abschneiden der Alpinen gewesen: Kim Marschel (SC Oberstaufen) und Silvan Veit (SC Rettenberg) gingen als Gesamtsieger des Deutschen Schülercups U16 hervor.
  • Drei große Karrieren seien dagegen zu Ende gegangen: Christina Ackermann, Nicole Fessel und Dominik Stehle hätten ihre Ski nach wirklich tollen Erfolgen in die Ecke gestellt. Eine extra Verabschiedung und Ehrung im Kreis der ASV-Familie soll noch folgen.
  • Der Vorstand arbeite weiter an professionellen Strukturen und wolle die Weiterentwicklung vorantreiben. Ein Nachwuchskonzept vom ASV, in Zusammenarbeit mit Andreas Ertl und Bernie Huber, werde im Herbst vorgestellt, danach würden entsprechende Konzepte im Langlauf, Biathlon und Sprunglauf folgen, so Lechner.

Dickes finanzielles Polster

  • Der ASV ist finanziell gut gepolstert. Im Geschäftsjahr 2019/2020 erwirtschaftet der Verband ein Plus von über 22.000 Euro (Vorjahr 7500 Euro), 18.000 Euro davon fließen in die Rücklagen, die sich damit auf 197.000 Euro erhöhen.  Dieser Wert, so Schatzmeister Gudermann, entspräche auch in etwa dem Vereinsvermögen. Gudermann wörtlich: “Wir alle hätten lieber mit einer schwarzen Null statt eines Gewinns abgeschlossen, und dafür mehr trainiert und investiert.” Corona habe das aber nicht zugelassen.

Lechner ist seit 2017 ASV-Chef: Es macht weiterhin Spaß

  • Die Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: Vorsitzender Hubert Lechner (wie bisher), Stellvertreter Florian Kuiper (neu/Oberstdorf), Schatzmeister Cornelius Burtscher (neu/Faistenoy) für Tobias Gudermann, Schriftführerin Barbara Ketterle (wie bisher), Sportreferent alpin Florian Rösle (neu/Sonthofen) für Andy Keller, Sportreferent Langlauf Markus Weeger (neu/Fischen), Sportwart Biathlon Peter John (neu/Pfronten) für Michael Hartmann, Sportwart Snowboard Sven Schweizer (wie bisher), Flachlandreferent Herbert Konrad (wie bisher), Referent Lehrwesen Robert Kleebauer (wie bisher), Frauenreferentin Katrin Vallet geb. Zeller (neu/Oberstdorf) für Karin Dedler-Feigele, Rechtsreferent Lorenz Bülow (wie bisher), Sportreferent Sprunglauf Vinzenz Singer (Oberstdorf) für Daniel Nett, Schüler-Jugendsportwart Sprunglauf Daniel Nett für Vinzenz Singer.
  • Lechner, seit Juli 2017 im Amt (damals als Nachfolger von Peter Bösl) meinte zu seiner eigenen Wiederwahl: “Zwei Jahre gehen noch. Was danach kommt, muss man sehen”. Der Entschluss, wieder zu kandidieren, sei ihm nicht ganz so schwergefallen, schließlich mache ihm “die Zusammenarbeit im gesamten ASV-Team auch sehr viel Spaß”.

Post Author: Dieter Haug