Hannes Amann

Wirft man einen genaueren Blick auf die Ergebnisse der Alpinen Deutschen Meisterschaften Ende März so fällt auf, dass sich viele noch unbekannte Namen manch arrivierten Star hinter sich lassen. Namen wie Michael Huber, Luisa Illig und Lara-Marie Wies sowie Hannes Amman stehen auf einmal neben Weltcup-erfahrenen Größen wie Lena Dürr, Jessica Hilzinger und Sebastian Holzmann. Auch die Junioren-Weltmeister Felix Rösle und Benno Brandis tragen sich in die Siegerlisten ein.

Ein noch relatives Gesicht kommt aus Ofterschwang. Geboren 2002 in Biesenhofen bei Kaufbeuren gilt Hannes Amman als vielversprechendes Talent. In der Axamer Lizum (Innsbruck) gewann er den nationalen Titel im Riesenslalom. Hannes, dessen Bruder Sebastian schon Weltcupluft schnupperte, arbeitet sich zielstrebig nach oben. Er durchlief die ASV-Schülerkader erfolgreich, etablierte sich in Fis- und Europacup-Rennen und durfte in diesem Winter zum ersten Mal Weltcup-Luft schnuppern. Doch nach den Auftaktrennen in Sölden und Copper-Mountain, musste er erkennen, dass in dieser Liga ein harter Wind weht. „Das Schwierigste ist, mit hoher Startnummer sich für den zweiten Lauf zu qualifizieren.“

So wählte er einen anderen Weg, um sich einen besseren Startplatz zu „erfahren“. Er nahm am „far east cup“ in Korea und Japan teil. Dort ist es erfahrungsgemäß leichter sich vorne zu platzieren und sich punktemäßig zu verbessern. Aber auch teurer. Viele Kosten muss er selbst tragen. Als Mitglied der Sportgruppe der Bundeswehr kann er auf ein regelmäßiges Einkommen zurückgreifen. Aber auch das würde nicht genügen, würde er nicht noch im Elternhaus wohnen und hätte keine Sponsoren, die ihn unterstützen.

Gefragt nach seinen Plänen für den Sommer, sagt er: „Zuerst geht es wieder nach Ushuaia/Argentinien mit der Mannschaft. Im Anschluss gibt es Vorüberlegungen, vielleicht am Südamerika-Cup teilzunehmen, um mich mit den hoffentlich guten Ergebnissen im Weltcup weiter vorne zu platzieren.“

Doch zuerst ist einmal Urlaub angesagt. „Die Saison war extrem lang und ich bin doch ziemlich ausgepowert.“

Post Author: Dieter Haug