Sein größter Erfolg

Der Allgäuer Alexander Schmid fährt in Alta Badia auf Platz drei.

 

Die Sektdusche im Moment seines größten Erfolges genoss Alexander Schmid in vollen Zügen. „Prickelnd, voller Alkohol und einfach purer Genuss“, beschrieb der Skirennfahrer den Geschmack seiner verdienten Belohnung. Mit dem dritten Platz beim Riesenslalom in Alta Badia bescherte der 27-jährige Allgäuer dem Männerteam des Deutschen Skiverbandes (DSV) am Montag den bislang größten Triumph in diesem Olympia-Winter.

„Das war immer mein Traum und jetzt ist er in Erfüllung gegangen“, sagte Schmid, der die eisige Gran Risa gar nicht mehr verlassen wollte.

Vor wenigen Tagen hatte Bundestrainer Christian Schwaiger erklärt, dass der „Knaller“ in dieser Saison noch auf sich warten lasse. Nun ist er da. Nachdem Schmid am Vortag nicht einmal unter die besten 30 gefahren war, raste er diesmal wie entfesselt. „Es war ein gewaltiges Rennen“, sagte Schmid, der nach Durchgang eins bereits auf Rang drei gelegen hatte. Als nach dem zweiten ebenfalls die grüne Eins aufleuchtete, war es vollbracht: im 52. Weltcup-Rennen endlich der erste „richtige Podestplatz“. Bislang war der Bayer nur in Parallelevents unter den Top drei gelandet.

Überglücklich riss der DSV-Athlet nach der Zieleinfahrt seine Ski nach oben. Dann sprang er seinem jubelnden Betreuerteam in die Arme. Anders als bei der WM in Cortina d’Ampezzo im Februar, als Schmid nach Rang drei im ersten Lauf ausgeschieden war, demonstrierte er diesmal sein ganzes Können in zwei aufeinanderfolgenden Läufen. „Ich habe intensive Gespräche mit meinen Trainern gehabt, wie das sein kann, dass ich im zweiten Lauf immer verliere“, berichtete Schmid. Irgendwann werde die Zeit für einen Podiumsplatz kommen, versicherten sie ihm daraufhin. Die Zeit kam an diesem Montag.

1,09 Sekunden lag Schmid im Ziel hinter dem wieder einmal überragenden Schweizer Marco Odermatt, der bereits seinen vierten Saisonsieg feierte und der große Dominator in den Technikdisziplinen bleibt. Zweiter wurde Lokalmatador Luca De Aliprandini (+1,01), der für frenetischen Jubel auf der Zuschauertribüne sorgte.

Seinen dritten Platz widmete Schmid auch seinem ein Jahr älteren Bruder Manuel, der infolge eines Trainingssturzes vom Sommer für die Saison ausfällt. „Jetzt fahr ich für uns beide mal“, hatte sich Schmid gesagt. „Es ist so ein schönes Weihnachtsgeschenk für uns.“ (dpa)

Post Author: Dieter Haug