Zum Tod von Karlheinz Fäßler

Text Ulrich Weigel, Foto Ralf Lienert.

Mit Karlheinz Fäßler hat das Allgäu einen Menschen verloren, der die Region als Hotelier, Kommunalpolitiker und Sportorganisator geprägt hat. Am Montag ist der Ofterschwanger im Alter von 92 Jahren gestorben. Er führte lange Jahre, von 1966 bis 1994, gemeinsam mit seiner Frau Gretl die Sonnenalp und entwickelte sie zu einem international renommierten Luxushotel für den Wellness- und Familienurlaub. Das Rezept: familiäre Herzlichkeit und hohe Qualität.

Als Karlheinz Fäßler am 27. April 1934 zur Welt kam, war das heutige Hotel noch eine Landwirtschaft mit Ferienpension, die seine Eltern Resi und Ludwig zum Kurhotel ausbauten. In Karlheinz Fäßlers Regie fiel unter anderem der Umbau mit luxuriösen Zimmern, Appartements und Suiten. Er und seine Frau schufen 1975 den ersten hoteleigenen Golfplatz Deutschlands, das größte Hotel-Freibad und die wohl erste hoteleigene Shoppingwelt mit 14 Boutiquen. Daneben hatte der Unternehmer die Energie, in Vail (Colorado) ein Schwesterhotel zu gründen.

Dabei war der Start für das Ehepaar nach einem Großbrand der Sonnenalp im Januar 1967 alles andere als leicht, doch schon zu Weihnachten konnte die Sonnenalp damals wieder eröffnen. Ab 1994 leiteten Gretl und Karlheinz Fäßler das Hotel mit Sohn Michael und blieben bis 2008 aktiv in der Geschäftsführung tätig.

Sprach man mit ihm über den beruflichen Erfolg, so betonte Karlheinz Fäßler die Bedeutung der eigenen Familie: Vier Generationen hätten das Familienunternehmen stufenweise weiterentwickelt. So zeigte er sich auch in den vergangenen Jahren zufrieden und stolz, wie gut es um das Unternehmen steht. Seine Söhne Michael und Johannes führen mit ihren Partnerinnen die Hotels im Allgäu und in Colorado. Auch die Enkelgeneration ist bereits eingebunden. Karlheinz Fäßler zeichnete sich auch als Sportler und Politiker mit Weitblick aus. Der frühere Skirennläufer der Nationalmannschaft war etwa Mitbegründer des Skigebiets Ofterschwang. Er setzte sich als Mitgeschäftsführer der Ofterschwanger Hornlifte Mitte der 1990er-Jahre für eine der ersten Beschneiungsanlagen in der Region ein und war maßgeblich daran beteiligt, dass 1999 erstmals ein Skiweltcup der Herren in Ofterschwang ausgetragen wurde. Von 2001 bis 2018 fand dort regelmäßig der Damen-Skiweltcup in den Disziplinen Slalom und Riesenslalom statt.

Als Kommunalpolitiker engagierte er sich für die Interessen der Region – im örtlichen Gemeinderat sowie von 1978 bis 1990 im Oberallgäuer Kreistag. Fäßler war auch Mitbegründer des Arbeitskreises Oberallgäuer Tourismus.

Seine Tatkraft war geschätzt

Viele schätzten den mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichneten Oberallgäuer für seine Tatkraft, den Weitblick und die Fachkompetenz. Laute Auftritte waren nicht sein Ding, sondern eher ein zurückhaltendes Wesen. Auch beiläufig konnte er zum Beispiel andere Menschen inspirieren, aus einem alten Heustadel eine erfolgreich bewirtschaftete Hütte zu machen oder Dritte mit einem völlig unerwarteten Lob überraschen.

Die kirchliche Andacht mit anschließender Beisetzung ist am Donnerstag, 5. November, um 11 Uhr in der Kirche St. Georg und Mauritius in Seifriedsberg.

Post Author: Dieter Haug